Styrodur schneiden mit der Stichsäge: So gehen Sie dabei vor

Styrodur schneiden Stichsäge
Styrodur schneiden Stichsäge

Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie Styrodur schneiden mit einer Stichsäge.

Eine meiner Erfahrung nach eher einfache Übung ist es, Styrodur mit einer Stichsäge zu schneiden. Dieser Werkstoff ist sehr weich und daher sehr leicht zu bearbeiten. Doch unterschätzen sollte man diese Arbeit auch nicht, nur weil sie auf den ersten Blick nicht schwer zu sein scheint. Erfahren Sie hier, wie Sie korrekt vorgehen und welches Stichsägeblatt Sie verwenden sollten bzw. welche Alternativen es gibt:

Was ist Styrodur für ein Werkstoff?

Styrodur ist ein spezieller und gebräuchlicher Name für eine Hartschaumplatte aus Polystyrol. Während Styropor die Bezeichnung für expandiertes Polystyrol (EPS) ist, kennt man die Bezeichnung Styrodur für extrudiertes Polystyrol (XPS).

Das Styrodur (XPS) hat eine durchgängige Schaumstruktur und ist de facto unempfindlich gegen Wasser. EPS hingegen wird bei Nässe kaputt und perlt ab bzw. macht kleine Kügelchen, wenn man es schneidet.

Styrodur kommt daher eigentlich eher in Nassbereichen bei einer Außenfassade zum Einsatz (Sockelbereich), während EPS-Platten für die Fassade selbst verwendet werden.

Zum Schneiden sind Styrodur-Platten besser und in aller Regel leichter geeignet, weil Sie zwar weich aber dennoch stabil in ihrer Struktur sind. Die Rohdichte liegt bei rund 25-50 kg/m³. Vom Preis her ist XPS deutlich teurer als EPS.

Styrodur schneiden mit der Stichsäge – Schritt für Schritt

Wenn Sie Styrodur mit einer Stichsäge schneiden möchten, gehen Sie am besten wie folgt vor:

Geht das überhaupt?

Der erste Schritt ist meiner Ansicht nach, sich zu überlegen, ob es überhaupt machbar ist, ergo ob die Platte nicht zu dick ist. Eine 2 cm-, 3 cm-, 4 cm- oder 5 cm starke Platte ist für ein normales Stichsägeblatt meistens kein Problem.

Haben Sie aber 8 cm oder 12 cm zu trennen, reicht ein normales Stichsägeblatt nicht aus. Hier benötigen Sie schon ein extra langes Sägeblatt für Ihre Stichsäge, wie zum Beispiel dieses hier: Bosch Professional Stichsägeblätter*.

Die Länge des Sägeblattes passt in diesem Fall.

Schnitt anzeichnen und Werkstück einspannen

Ist Schritt 1 geklärt, müssen Sie sich den Schnitt anzeichnen. Das machen Sie am besten mit einem gut sichtbaren Edding bzw. Filzstift. Es sollte deshalb ein gut sichtbarer und durchgezogener Strich sein, weil Sie entlang von diesem auch sägen müssen.

Außerdem sollten Sie danach die Styrodurplatte einspannen oder zumindest beschweren, sodass diese nicht verrutschen kann. Wenn Sie die Angst haben, dass die Zwinge die Platte verletzt, klemmen Sie einfach ein Holzbrett oder ähnliches zwischen Styrodurplatte und Schraubzwinge.

Zeichnen Sie den Schnitt gut sichtbar an und befestigen Sie die Styrodur Platte.

Stichsäge in Betrieb nehmen und sägen

Richten Sie dann Ihre Stichsäge* her. Das machen Sie, bevor Sie diese ans Stromnetz anschließen. Nehmen Sie dazu ein Sägeblatt und spannen es ein. Ob Sie eines für Metalle oder Holz nehmen ist meiner Erfahrung nach eigentlich egal, da man mit beiden Blättern die Hartschaumplatte trennen kann.

Setzen Sie die Säge an und beginnen Sie zu sägen. Wichtig ist hierbei, dass Sie die Pendelhubfunktion ausschalten. Diese brauchen Sie hierbei nicht. Außerdem ist es meiner Ansicht nach ganz wesentlich, dass Sie weder zu viel noch zu wenig Vorschub wählen.

Styrodur schneiden mit der Stichsäge

Styrodur schneiden Sie mit der Stichsäge am besten mit mäßigem Vorschub.

Bei zu viel Vorschub kann die Platte einreißen und der Schnitt wird nicht sauber. Verharren Sie aber zu lange an derselben Stelle, entsteht durch die Vibration eine Ausbuchtung, was auch nicht sonderlich vorteilhaft ist. Am besten ist es daher, Sie ziehen den Schnitt relativ zügig und ohne Pausen durch.

Wenn Sie zum Ende des Schnittes kommen, halten Sie die Platte mit einer Hand, damit das letzte Stück nicht ab- bzw. ausbricht.

Der Schnitt wird in aller Regel sehr sauber und ausrissfrei.

Stichsäge abschalten und Schnittbild begutachten

Nehmen Sie nun die Säge aus dem Betrieb und legen Sie diese zur Seite. An und für sich sollte nun alles passen. Wenn das Schnittbild nicht sehr sauber ist, können Sie das am besten mit einem Stanley-Messer bzw. Cutter nacharbeiten.

Wie Sie sehen können ist das Schnittbild sehr sauber und gelungen.

Alternative zur Stichsäge

Neben der Stichsäge kann man eine Styrodurplatte natürlich auch mit einer Handkreissäge oder einer Tischkreissäge ablängen. Dazu kann man eigentlich genauso vorgehen, wie wenn man Holz schneidet. Ich habe das auch schon einige Male ausprobiert und es hat wunderbar funktioniert.

Neben der Stichsäge hat es sich aber bei mir eingebürgert, einfache und gerade Schnitte oft einfach mit dem Fuchsschwanz zu erledigen. Dieser ist schnell bei der Hand und auch schnell verstaut und es geht ebenfalls sehr einfach. Es sollte ein Modell sein, das auch für Styrodur geeignet ist. Dazu habe ich auch hier bereits einmal einen Test gemacht: Fuchsschwanz Säge Test.

Sie brauchen eigentlich die Handsäge nur ansetzen und machen nichts anderes, als wenn Sie ein Holzbrett absägen – es geht einfach nur schneller.

Wenn Sie Stichsägeblätter benötigen, sehen Sie sich zum Schluss ein Set an, mit dem ich zu Hause auch gute Erfahrungen gemacht habe:

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Letzte Aktualisierung am 30.11.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API