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Japansäge: Hochwertiges Sägewerkzeug aus Fernost im Fokus

Die Japansäge ist das Pendant zur in Europa weit verbreiteten Feinsäge. Sie sieht zwar ähnlich aus, dennoch gibt es signifikante Unterschiede. Auch die Anzahl unterschiedlicher Ausführungsarten ist bemerkenswert. In diesem Beitrag gehe ich auf die Eigenheiten dieser Säge ein, stelle verschiedene Modelle vor und erkläre, wie Sie mit dieser Säge hantieren.

Funktionsweise & Aussehen der Japansäge

Die Japansäge hat ein sehr spezielles Aussehen. Auf den ersten Blick (so ist es mir gegangen) hat sie mich an ein japanisches Küchenmesser erinnert. Aber schnell wird klar, dass es sich um eine Handsäge handelt.

Zum Unterschied zur Feinsäge gibt es diese Säge auch in vielen unterschiedlichen Varianten. Auf die drei Bekanntesten – Ryoba, Kataba und Dozuki – gehe ich weiter unten im Detail ein.

Die Japansäge funktioniert auf Zug. Das ist auch der Grund, weshalb sehr dünne und feine Schnitte möglich sind. Die Sägeblätter sind nämlich aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Zugsäge handelt, in der Regel sehr dünn.

Bei der Zugsäge erfolgt der Materialabtrag dann, wenn die Säge zu sich gezogen wird. Auch die Sägezähne zeigen in die Richtung des Griffs (also zum eigenen Körper hin). Hier habe ich dazu eine kleine Skizze für Sie, auf der Sie den Unterschied zwischen Stoß- und Zugsägen sehen:

Handsäge Stoß und Zug

Leicht zu merken: Zeigen die Zähne zum Griff, handelt es sich um eine Säge, die auf Zug arbeitet.

Diese Vor- und Nachteile hat sie

  • Sehr feine und saubere Schnitte möglich
  • Schmales Sägeblatt aufgrund der Funktion (Zugsäge)
  • Blatt stabilisiert sich aufgrund des Heranziehens zum Körper
  • In der Regel sehr scharfe Sägezähne vorhanden
  • Keine so hohe Kraftanstrengung wie bei Stoßsägen erforderlich
  • Erfahrung beim Sägen von nöten
  • Kaum grobe Schnitte mit schnellem Sägefortschritt möglich
  • Viele Modelle etwas teurer als europäische Modelle
  • Dozuki-Sägen haben einen Rücken und daher sind keine hohen Schnittlängen möglich.

Europäische Sägen arbeiten hingegen meist auf Stoß (Fuchsschwanz, Feinsäge), haben dickere Sägeblätter und sind auch für gröbere Arbeiten (Abschneiden eines Astes, etc.) geeignet.

Daher ist beim Einsatz einer Japansäge meiner Erfahrung nach ein Mindestmaß an Übung erforderlich, weil die Handhabung einer Zugsäge doch beträchtlich anders ist, als die einer Stoßsäge.

Dozuki Japansäge

Dozuki Japansäge

Die Dozuki-Säge* ist die Säge, die der Feinsäge noch am ehesten ähnlich ist. Sie hat nämlich einen Rücken, der das in der Regel sehr schmale Sägeplatt zusätzlich stabilisiert. Dieser Aufbau ähnelt dem einer klassischen (europäischen) Feinsäge, die auch einen verstärkten Rücken hat. Bei der Feinsäge hat dies aber eher den Grund, weil es sich um eine Stoßsäge handelt.

Letzte Aktualisierung: 25.09.2021, Bilder von amazon.de

Der große Vorteil dieser Säge ist, dass Sie extrem feine Sägeschnitte machen können. Da der Rücken aber ein tiefes Sägen unterbindet, können Sie mit dieser Säge oft nur kleinere Werkstücke bearbeiten, bei denen keine Langen Schnitte erforderlich werden.

Ryoba Japansäge

Ryoba Japansäge

Die Ryoba-Säge* hat Sägezahnungen auf beiden Seiten des Blattes. Es handelt sich dabei um eine Universalsäge, die etwas gewöhnungsbedürftig ist. Üblicher Weise handelt es sich um eine Dreiecksverzahnung auf der einen und eine Trapezverzahnung auf der anderen Blattseite. Die ermöglicht Sägeschnitte quer und längs zur Holzfaser.

Letzte Aktualisierung: 25.09.2021, Bilder von amazon.de

Der Rücken fehlt bei dieser Handsäge, weshalb auch ein tieferes Eindringen in das jeweilige Werkstück möglich ist. Aufgrund der Tatsache, dass Sie zwei unterschiedliche Sägezahn-Arten auf einer Säge vereint haben, brauchen Sie auch die Säge nicht ständig zu wechseln.

Mit hohem Druck auf das Blatt kann die Säge aber nicht gut umgehen – es handelt sich beidseits um eine Zugsäge, wie bei Japansägen üblich.

Kataba Japansäge

Kataba Japansäge

Die Kataba-Säge* ist meiner Einschätzung nach die verbreitetste Japansäge. Sie kommt ohne Rücken aus und daher sind mit ihr auch sehr tiefe Sägeschnitte möglich. Im Regelfall ist diese Säge mit einer Dreiecksverzahnung ausgestattet – es gibt aber auch Modelle mit anderen Zahngeometrien.

Gibt es eine Japansäge für Metall?

Ich selbst habe noch nie mit so einer Säge gearbeitet und auch bei meiner Recherche zu diesem Artikel wäre mir keine Japansäge für Metall aufgefallen. Wenn Sie Metalle trennen möchten, lege ich Ihnen eine Metallbügelsäge ans Herz. Bei dieser sind Sie betreffend des Sägeblattes flexibel, weil es leicht auszutauschen ist (hier dazu mehr: Metallbügelsäge: Sägeblatt wechseln und neu einspannen).

Außerdem kommt es sehr darauf an, welche Metalle Sie schneiden und welches Blatt Sie dafür verwenden. Eine Japansäge kann diese hohe Flexibilität meiner Ansicht nach nicht bieten, weshalb sie als Metallsäge nicht geeignet wäre.

Japansäge kaufen: Das ist zu beachten

Bereits vor dem Kauf sollten Sie sich bewusst sein, was Sie mit der Japansäge* anstellen möchten. Nicht jede Säge kann alles leisten. Die klassische Japansäge ist an und für sich für gerade und feine Schnitte konzipiert. Was sie meist nicht leisten kann:

  • Schneller Sägefortschritt
  • Grobe Arbeiten (Ast ablängen)
  • Viele unterschiedliche Materialien sägen

Mit dieser Handsäge können Sie in der Regel Holz und Kunststoffe trennen. Beachten Sie auch, wie die Zahngeometrie der einzelnen Säge aufgebaut ist. Eine klassische Dreieckszahnung ist für Längsschnitte in Holz gut geeignet, während Trapezverzahnungen für Querschnitte konzipiert sind. Beides in einer Säge vereint zum Beispiel die Ryoba-Handsäge.

Punkto Qualität kann ich Ihnen nur – wie bei vielen anderen Werkzeugen ans Herz legen nicht zu billig zu kaufen. Immer wieder bewahrheitet sich die alte Weisheit: „wer billig kauft, kauft teuer“. Damit will ich nicht zum Ausdruck bringen, dass alle billigen Japansägen automatisch schlecht wären aber Sie müssen eben vor dem kauf genau abwägen, was Sie genau brauchen, wie viel es kosten darf und vor allem, wie oft sie es brauchen werden.

Klassische Japansägen* finden Sie im Preissegment von etwa 10 bis 75 Euro wieder, wobei alles über 40 Euro für mich bereits als hochpreisig gilt. Brauchen Sie die Säge eher als Spielerei, ist es nicht sinnvoll so viel zu investieren. Benötigen Sie allerdings die Japansäge öfter, ist es nicht verkehrt, auf eine sehr hohe Qualität zu achten – das bedingt oft aber einen höheren Preis.

Eine solche Handsäge können Sie im Baumarkt oder auch online kaufen. Plattformen wie Amazon oder die Online-Shops diverser Baumärkte haben meist ein sehr großes Sortiment. Hohe Qualität bekommen Sie meiner Erfahrung nach im spezialisierten Werkzeugfachhandel – manche Firmen haben sich auf Werkzeuge aller Art spezialisiert.

Hier drei unterschiedliche Japansägen, die bei Amazon derzeit gut rezensiert sind:

Letzte Aktualisierung: 25.09.2021, Bilder von amazon.de

Unterschiedliche Zahngeometrien

Bei der Japansäge gibt es meiner Erfahrung nach drei hauptsächliche Zahngeometrien:

  • Dreieckszahnung: Für Längsschnitte in Holz
  • Trapezzahnung: Für Schnitte quer zur Faser
  • Universalzahnung: Mischtyp für beide Anwendungen

In der nachfolgenden Skizze habe ich diese Zahngeometrien noch einmal übersichtlich dargestellt:

Zahngeometrie Japansäge

Sägen mit der Japansäge

Hier habe ich ein paar Tipps zum Sägen mit der Japansäge für Sie:

Bevor Sie das erste Mal mit der Japansäge* einen genauen Schnitt machen möchten, sollten Sie etwas Übung investieren. Für den Anfang reicht es aus meiner Sicht, dass Sie sich ein Holzreststück hernehmen und einfach hineinsägen – nur um ein Gefühl für die Arbeitsweise der Säge zu entwickeln. Sind Sie bislang nur Stoßsägen gewöhnt, werden Sie einen Unterschied feststellen.

Zu Beginn geht es also nicht um Exaktheit. Nach und nach können Sie sich zu genauen Sägeschnitten vorarbeiten. Dazu probieren Sie die Trapezverzahnung, wenn Sie quer zur Holzfaser (zum Beispiel mit der Dozuki) arbeiten und die Dreiecksverzahnung für Längsschnitte (zum Beispiel mit der Ryoba).

Letzte Aktualisierung: 25.09.2021, Bilder von amazon.de

Spannen Sie das jeweilige Werkstück auch immer gut ein und am besten in der Nähe der Schnittstelle. So vermeiden Sie, dass es zu Vibrationen kommt, die beim Sägen stören.

Beim Sägen selbst gehen Sie so vor, wie mit einer anderen Säge auch:

  • Nehmen Sie den Finger als anfängliche Führung. Halten Sie diesen neben das Sägeblatt und beginnen Sie vorsichtig zu sägen.
  • Es entsteht nach kurzer Zeit eine kleine Einkerbung, die Sie dann als Führung nutzen können.
  • Der anfängliche Sägewinkel sollte etwas flacher sein, um einen guten Ansatz zu finden. Im Anschluss daran, sägen Sie etwas steiler weiter.
  • Nutzen Sie die Gesamtlänge des Sägeblattes aus und machen Sie zügige gleichmäßige Sägebewegungen, ohne zu viel Druck auf die Säge auszuüben.

Apropos Druck: Eine neue und gute Säge mit scharfen Zähnen braucht in der Regel nicht viel Druck, um gut zu arbeiten. Im Gegenteil: Je höher der Druck, der auf die Säge wirkt, desto größer ist die Chance, dass der Schnitt des Blattes ungewünscht verläuft.

Japanische Sägen korrekt lagern

Japanische Sägen sind Zugsägen und haben daher in aller Regel sehr filigrane Sägeblätter. Diese können sich leicht verbiegen. Ist das einmal der fall wird es fast unmöglich, das Blatt wieder gerade zu biegen, sodass ein Sägen wieder möglich wird.

Das größte Problem ist meiner Meinung nach die unsachgemäße Lagerung in einer Werkzeugkiste oder Lade mit anderen Werkzeugen kreuz und quer und irgendwie.

Von Vorteil ist es, die Japansäge einzeln zu lagern. Dazu eignet sich auch ein Etui (aus Kunststoff oder Leder). Auch das Aufhängen ist nicht verkehrt. Dabei sollte die Säge so hängen, dass Sie sich nicht durch die Schwerkraft verformt.

Auch der Schutz der Zähne ist wichtig. Fehlt auch nur ein Zahn. Ist dieser Umstand oft beim Sägen zu bemerken und kann das zügige Sägen behindern.

Das Sägeblatt tauschen

Viele Japansägen haben auch die Möglichkeit, das Sägeblatt zu tauschen. Dazu gibt es meist eine Arretierung am Griff, die Sie lösen können, um so ein anderes Blatt einzuspannen. Gerade dann, wenn die Säge häufig genutzt wird, ist die Chance hoch, dass das Sägeblatt irgendwann einmal den geist aufgibt oder die Zahnung unscharf wird. Für den Fall besorgen Sie sich am besten ein neues Sägeblatt. Es muss natürlich auch in den Griff passen.

Hier habe ich einen direkten Link zu Sägeblättern von Japansägen* für Sie. Wie gesagt: Es kaommt darauf an, welches Modell Sie haben und wie es aufgebaut ist. Meist sind ausschließlich Sägeblätter desselben Herstellers kompatibel mit der jeweiligen Säge.

Fazit und Zusammenfassung

Japansägen* sind hochwertige Sägen, mit denen Sie sehr feine und saubere Schnitte schaffen. Die möglichen Schnitttiefen sind zwar – je nach Säge – nicht sonderlich hoch aber die Feinheit des Schnittes ist aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Zugsäge handelt, oft unübertroffen. Die üblichen Modelle sind die Dozuki, die Ryoba und die Kataba-Säge.

Sie werden ein wenig Übung benötigen, wenn Sie bisher nur mit Sägen gearbeitet haben, die auf Stoß arbeiten. Am besten ist es daher, Sie probieren sich an einem Reststück Holz.

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