Sockelleisten sägen und schneiden: Technik & Tipps

Sockelleiste sägen
Sockelleiste schneiden mit einer Gehrungssäge

Lesen Sie hier, wie Sie Sockelleisten sägen und schneiden.

Sie kennen das Problem sicher: Der Boden ist verlegt, man kann einziehen und nach Jahren des „Hinauszögerns“ ist es dann endlich so weit. Die Sockelleisten können montiert werden! Was für eine Freude. Auch bei mir zu Hause hat es sechs Jahre gedauert, bis die letzte Leiste eingepasst war. In diesem Artikel möchte ich daher darauf eingehen, wie man Sockelleisten sägen und schneiden kann bzw. wie ich meistens vorgegangen bin:

Warum überhaupt Sockelleisten anbringen?

Eigentlich geht es doch auch ohne Sockelleisten? Natürlich kann man ohne die Sockelleiste auch gut leben aber Sie bietet doch einige Vorteile und mach auch Sinn:

  • Sie ist ein optisch schöner Abschluss des Bodens an den Rändern.
  • Sie vermeidet, dass sich Staub und Schmutz in der Fuge zwischen Mauerwerk und Holzboden sammeln kann.
  • Sie schützt den unteren Wandbereich vor Beschädigungen (weil man eben Möbel nicht bis ganz an die Wand anschieben kann).

Aus diesen Gründen habe auch ich mich schlussendlich dazu entschieden, die Sockelleisten in unserem Haus zu montieren.

Diese werden übrigens auch oft als „Sesselleisten“, „Scheuerleisten“ oder „Fußleisten“ bezeichnet.

Aus welchem Material bestehen Sockelleisten?

Sockelleisten bestehen üblicher Weise aus MDF (mitteldichte Holzfaserplatten) oder Massivholz.

Bei MDF Leisten handelt es sich um einen Holzwerkstoff und nicht um reines Holz. Die Dichte liegt hier bei rund 700 bis 800 kg/m³. Die Vorteile liegen in einer guten Bearbeitbarkeit, geringem Gewicht und geringeren Kosten.

Haben Sie einen Massivholzboden, werden Sie eventuell auch passende Sesselleisten dafür wählen. Massivholz bietet vor allem qualitativ und optisch große Vorzüge, ist doch die Maserung jeder einzelnen Leiste ganz individuell. Außerdem kommt unter der Beschichtung kein Holzwerkstoff zum Vorschein, sondern die gesamte Leiste besteht aus massivem Holz.

Für welche Art Sie sich entscheiden, hängt aber auch vom Bodenbelag und ihren persönlichem Budget ab.

Welche Säge für Sockelleisten verwenden?

Es gibt mehrere Sägen, die meiner Ansicht nach für Sockelleisten geeignet sind:

Für mich sind das eine Tischkreissäge, natürlich auch eine Gehrungssäge (Kappsäge) und die Feinsäge, wenn Sie lieber händisch arbeiten.

Ich habe zum Sägen meiner Sockelleisten immer die Tischkreissäge oder die Feinsäge mit Gehrungsschublade verwendet. Ich möchte auf die drei möglich Sägearten und meine persönliche Einschätzung kurz eingehen:

Sockelleisten schneiden mit der Gehrungssäge

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Eine Kapp-bzw. Gehrungssäge ist prädestiniert für das Ablängen von Sockelleisten. Selbst in einem rechteckigen Raum haben Sie bereits acht Gehrungsschnitte zu machen. In Räumen mit mehr Ecken und Vor- bzw. Rücksprüngen natürlich noch mehr. Dafür ist die Kappsäge wie gemacht.

Wenn Sie sich eine zulegen, achten Sie darauf, dass eine gute Skalierung dabei ist und Sie Sägewinkel ganz genau einstellen können. Vergessen Sie nicht: Wenn Sie einen 45° Winkel auf Gehrung schneiden wollen, brauchen Sie zweimal 22,5° Schnitte.

Der Nachteil ist allenfalls, dass nicht jedermann eine Gehrungssäge daheim hat und des natürlich ein Kostenfaktor ist, sich extra nur für das Zuschneiden der Sockelleisten eine zuzulegen. Haben Sie allerdings schon ein Modell zu Hause, würde ich unbedingt auf dieses zurückgreifen.

Sockelleisten sägen mit der Tischkreissäge

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Wie bereits oben angedeutet habe ich beim Sockelleisten sägen meistens auf meine Tischkreissäge zurück gegriffen. Achten Sie dabei (und auch bei der Gehrungssäge) auf das richtige Sägeblatt und dass dieses auch scharf ist.

Wenn nicht, kann die Leiste beim Sägen ausfransen – das sieht optisch gar nicht gut aus und bei MDF-Leisten kommt noch dazu oft der farblich hervorstechende unter der Oberschicht liegende Holzwerkstoff zum Vorschein.

Auch bei der Tischkreissäge ist eine gute Skalierung wichtig.

Sesselleisten mit der Feinsäge bearbeiten

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Die dritte Möglichkeit ist das Kürzen von Sessel- bzw. Sockelleisten mit einer Handsäge. Dazu kommt meiner Meinung nach nur eine Feinsäge in Kombination mit einer Gehrungsschublade in Betracht.

Auch das habe ich immer dann gemacht, wenn ich nicht die Tischkreissäge aus meinem Nebengebäude ins Haus schleppen wollte.

Hier ist zu beachten, dass es anstrengender ist und zum Teil auch ungenau werden kann. nämlich dann, wenn die Gehrungsschublade schon ausgeleiert ist und die 45° Gehrung nicht mehr ganz genau wird. Hier habe ich öfters mit dem Cutter-Messer nach bearbeitet, das für MDF Sockelleisten auch gut verwendet werden kann.

Der große Nachteil ist, dass solche Schubladen in der Regel nur für 90° und 45° Schnitte ausgelegt sind und man bei anderen Winkeln vor einer unlösbaren Aufgabe steht.

Alternativ zur elektrischen Gehrungssäge gibt es übrigens auch Gehrungssägen, die Sie rein händisch bedienen können und die weniger kosten.

Mit welcher Säge kann/sollte man Fußleisten nicht bearbeiten?

Keine bzw. eine sehr schlechte Eignung für das Sockelleisten sägen muss man beispielsweise der Stichsäge, dem (grobzahnigen) Fuchsschwanz oder eine Handkreissäge attestieren.

Mit diesen Sägen gibt es das Problem der Führung oder einer ungeeigneten Zahngeometrie. Daher habe und würde ich mit diesen Modellen keine Sockelleisten sägen.

Sockelleisten auf Gehrung sägen

Die meisten Probleme macht meiner Erfahrung nach das Sägen von Sockelleisten auf Gehrung (also in einem bestimmten Winkel). Dieser liegt bei einer 90° – Ecke eines Raumes bei zweimal 45° oder bei einer 45°-Ecke beispielsweise bei zweimal 22,5°. Der erste Fall kommt in der Praxis eindeutig am häufigsten vor:

Sockelleisten schneiden

Ein 90° Winkel kommt am öftesten vor. Die anderen Winkel sind eher die Seltenheit aber relativ schwer auf Gehrung zu sägen.

Messen Sie auf jeden Fall die benötigte Länge der Sockelleiste mit einem Zollstock oder Maßband exakt ab und übertragen das Maß auf die Sockelleiste. Zum Markieren reicht ein gespitzter Bleistift in der Regel aus.

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Einen Winkel können Sie mit einer sogenannten Schmiege übertragen. Diese ist im Altbau oft von Vorteil, wo Sie es mit „ungenauen“ 90° Winkeln (also beispielsweise 93° oder 86° Winkeln) zu tun haben. Aber auch, wenn es sich um andere Winkelformen handelt, ist die Schmiege zum Übertragen gut geeignet.

Sägen Sie immer mit einem Sägeblatt, das sehr fein ist (viele Zähne hat) und sehr scharf ist. So erhalten Sie die besten und „fransenlosesten“ Sägeschnitte (mehr dazu auch hier: Holz sägen ohne ausfransen).

Fixieren Sie in jedem Fall die Leiste, egal ob in der Gehrungsschublade* oder der Gehrungssäge. So kann diese nicht verrutschen und Sie haben beide Hände frei, um zu sägen.

Tipp: Im selben Eck empfiehlt es sich dieselbe Leiste zu verwenden. Nehmen Sie zwei unterschiedliche Leisten, kann es nämlich passieren, dass selbst kleinste Farbunterschiede (produktionsbedingt) negativ auffallen.

Um Denkfehler zu vermeiden – diese passieren mit gerne – überprüfen Sie vor jedem Gehrungsschnitt noch einmal (gedanklich), ob die 45° Schräge passt. So kommen Sie nicht in den „Genuss“, manche Ecken mehrfach sägen und anpassen zu müssen.

Sehen Sie sich hier noch ein kurzes Video zur Vorgangsweise beim Sockelleisten sägen mit einer Kappsäge (Firma Festool) an:

Empfehlenswerte Säge für das Kappen von Sockelleisten

Wenn Sie noch eine Säge für das Sägen von Sockelleisten suchen, sehen Sie sich zum Beispiel dieses das folgende Modell etwas näher an. Es bietet meines Erachtens eine gute Balance zwischen Qualität, Preis und Amazon-Rezensionen:

Es handelt sich um die Kapp-und Gehrungssäge PCM 8* von Bosch. Der kraftvolle 1.200-Watt-Motor schafft 4.800 Umdrehungen pro Minute. Dadurch lässt sich mit ihr schnell und präzise arbeiten. Zusätzlich wirft der Laserstrahl eine Schnittlinie aufs Holz und sorgt für exakte Ergebnisse. Das Sägeblatt hat einen Durchmesser von 216 mm, sodass die Schnitthöhe 60 mm beträgt.

Die PCM 8 eignet sich besonders für den Innenausbau sowie Unterkonstruktionen, beispielsweise für Terrassen. So ist sie ein unentbehrlicher Helfer beim Verlegen des eigenen Bodens. Mit ihr können Sie das Kürzen von Brettern und Fußleisten rasch und ohne Umstände erledigen.

Zum Sägen horizontaler Gehrungsschnitte kann der Sägetisch um maximal 48° nach rechts oder links gedreht werden. Die gängigen Arbeitswinkel – 15°, 22,5°, 30° und 45° rasten dabei automatisch ein. Die Breite des Werkstückes beträgt bei 90° maximal 120 mm und bei 45° 85 mm.

Sehen Sie sich dieses bei Amazon sehr gut rezensierte Modell auch hier im Detail an:

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  • Kapp- und Gehrungssäge PCM 8 - Präzise Schnitte und mühelose Handhabung
  • Arbeitsklemme mit Schnellverstellung für schnelles und sicheres Fixieren des Werkstückes in 3 Positionen: von oben, von vorne, diagonal
  • Hohe Präzision beim Sägen durch Laser und hochwertiges Sägeblatt; Schwingungsemissionswert (ah): 2.9 m/s²

Letzte Aktualisierung am 1.01.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API